Samstag, 31. Mai 2014

Zwei Gärten



























 

Zwei öffentlich zugängliche Gärten in der Grafschaft Diepholz wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Die oberen sechs Bilder entstanden im Garten der Naturschutzstation Dümmer in Hüde-Haßlinge. Die Fotos unterhalb dieses Textblocks zeigen den Rosengarten am Diepholzer Schloß, der ehemaligen Residenz der Grafen von Diepholz und des späteren Sitzes des  hannoverschen Amt Diepholz.

Der Naturgarten ist - wie der Name schon sagt - eine Art von Abbildung der Natur. In dieser Form kam er erst im ausgehenden 20. Jahrhundert im Zuge der Ökologie-Bewegung auf. Charakteristisch ist die nahezu ausschließliche Verwendung einheimischer Wildpflanzen. Der Rosengarten am Schloß ist hingegen vom Barock des 17. Jahrhunderts und seiner Nachfolgezeit beeinflußt, als man die Beherrschung und Formung der Natur und ihre Gestaltung als symmetrisches und ornamentales Kunstwerk anstrebte, das Teil eines Gesamtkunstwerkes sein sollte. Der Rosengarten am Schloß wurde allerdings erst vor wenigen Jahren angelegt und kann - wenn überhaupt - nur bedingt als "Barockgarten" angesehen werden.  




  



 



 




 







Sonntag, 11. Mai 2014

Goldenstedt















Das rund 10 km nordwestlich Barnstorf liegende Goldenstedt wird 1180 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gemeinde fiel 1252 mit dem Amt Vechta an das Bistum Münster, während die bis dahin den Grafen von Wildeshausen gehörende Gerichtshoheit an die Ritter von Sutholte fiel. Zu diesem Gogericht Sutholte kamen auch Drebber und Barnstorf. Es gelangte schließlich durch Verpfändung an die Grafen von Diepholz, woraufhin ein lange währender Streit zwischen der nach der Reformation protestantischen Grafschaft Diepholz und dem katholischen Bistum Münster um das Gogericht Sutholte entbrannte. Nachdem die Grafschaft Diepholz 1585 an die Welfen (Herzogtum Braunschweig-Lüneburg) gefallen war, bildete sich in Goldenstedt eine Gemeinschaftskirche beider Konfessionen (Simultaneum mixtum) heraus. Das Gogericht Sutholte endete erst 1729. Im Jahre 1803 kam Goldenstedt mit dem Amt Vechta an das Herzogtum Oldenburg. 1850 bauten die Goldenstedter Protestanten eine eigene Kirche. Aus dem Großherzogtum Oldenburg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 ein Verwaltungsbezirk (1978 aufgelöst) des Bundeslandes Niedersachsen. Heute gehört Goldenstedt zum Landkreis Vechta und hat rund 9350 Einwohner. 

Das erste Bild ganz oben zeigt ein Ortspanorama von Goldenstedt vom Goldenstedter Mühlenbach-Tal aus gesehen, das in einen naturnahen Landschaftspark umgestaltet wurde. Die markante katholische St.-Gorgonius-Kirche wurde 1910 an stelle einer älteren erbaut. Das zweite und dritte Bild entstand an der Skulpturengruppe im Landschaftspark. Die eisernen Skulpturen zeigen Zitate von berühmten Persönlichkeiten. 

Die ersten fünf Fotos unterhalb dieses Textblocks zeigen die verfallende Wassermühle am Goldenstedter Mühlenbach, der nur wenige hundert Meter weiter östlich in die Hunte mündet. Das alte Fachwerkgebäude der Mühle wurde laut der Balkeninschrift 1722 erbaut, das Gebäude rechts daneben im Jahre 1912. Aus dem hohen Schorstein kann man schließen, daß die Mühle auch über eine Dampfmaschine verfügte.



























 Die folgenden Bilder entstanden am Goldenstedter Moor. Die ersten beiden zeigen das Torfwerk mit einem der größten Feldbahnhöfe, die ich je gesehen habe. Darunter stehen zwei Fotos vom Naturschutz-Informationszentrum "Haus am Moor".






























Sonntag, 4. Mai 2014

Harpenfeld: Schloss Hünnefeld






















Zwischen Bohmte und Bad Essen befindet sich bei dem Dorf Harpenfeld (ehemals im Amt Wittlage, heute Kreis Osnabrück) das barocke Schloß Hünnefeld aus dem 17.Jahrhundert. An seiner Stelle befand sich bereits im 13. Jahrhundert eine Wasserburg mit Gut. Sie war Stammsitz der Edelherren von Hünnefeld. Ende des 14. Jahrhunderts starben die Edelherren von Hünnefeld aus, und die Burg mit dem Gut ging 1447 durch Kauf an die Familie von dem Bussche zu Ippenburg, einer Familie aus dem alten Osnabrückschen Dienstadel. Noch heute ist das Anwesen im Besitz der im Jahre 1598 begründeten Linie von dem Bussche-Hünnefeld. Diese ersetzte im 17. Jahrhundert die alte Burg durch das jetzige barocke Herrenhaus und den Park.