Donnerstag, 17. November 2011

Fliegerhorst Diepholz
















Der Fliegerhorst hatte für die Stadt Diepholz eine außerordentlich große Bedeutung. Er war nicht nur der größte Arbeitgeber, sondern durch ihn stieg seit den 1930er Jahren auch die Einwohnerzahl deutlich. Der Fliegerhorst trug außerdem zur überregionalen Bekanntheit der Stadt bei. Wegen der Mitnutzung der Startbahn des Fliegerhorst durch zivile Sport- und Geschäftsflugzeuge, ist Diepholz gewissermaßen eine "Kleinstadt mit Flughafen". Dieser "Flughafen" schien bisher so selbstverständlich zur Stadt zu gehören und so untrennbar mit ihr verbunden zu sein wie der Bahnhof. Doch im Oktober 2011 wurde bekannt, daß im Zuge der Bundeswehrreform die Luftwaffe in den kommenden Jahren vollständig abgezogen, und der Fliegerhorst endgültig und unwiderruflich stillgelegt wird. Die heute 75-jährige Geschichte des Fliegerhorst und damit des größten Arbeitgebers in Diepholz ist damit beendet. Was mit dem zivilen Teil geschehen wird, ist derzeit noch völlig offen. Die Fotos auf dieser Seite, die ich in den letzten 2 Jahren teils bei seltenen Gelegenheiten gemacht habe, sollen dem Fliegerhorst ein kleines Denkmal setzen.

Erbaut wurde der Fliegerhorst 1934-36 im Zuge der Kriegsvorbereitungen der NS-Regierung. Zunächst wurden zweimotorige Bomber vom Typ "He 111" stationiert. Eine Startbahn aus Betonplatten entstand um das Jahr 1940. Fortan waren wechselnde Verbände auf dem Fliegerhorst beheimatet, darunter auch ein Fallschirmjäger-Regiment und ein Nachtjägerverband. 1944 kam es zu einem großen Luftangriff der Amerikaner mit viermotorigen Langstreckenbombern, der den Fliegerhorst vorerst unbrauchbar machte. Mit der Wiederbewaffnung Deutschlands wurde der Fliegerhorst 1956 reaktiviert. Zu den neu errichteten Gebäuden gehörte auch die Flugleitung mit Tower und Feuerwehr. Kampfflugzeuge wurden nicht wieder stationiert, statt dessen diente der Fliegerhorst fortan der Ausbildung, Logistik, Instandsetzung und Luftwaffeninfrastruktur. 1958 wurde die neue 1,3 km lange, asphaltierte Startbahn übergeben und das "Luftwaffenversorgungsregiment 2" aufgestellt, das unter dem Namen "Luftwaffeninstandhaltungsregiment 2" bis heute, also bis zur Bundeswehrreform, besteht, und zu dem auch die Luftwaffenwerft des Fliegerhorst gehört.
Seit 1964 sind hier auch Luftwaffenpioniere stationiert. Der letzte hier beheimatete fliegende Verband war von 1968-1971 die II. Gruppe des Hubschrauber-Transportgeschwaders 64. Hinsichtlich der Logistik hatte der Fliegerhorst im Kalten Krieg besonders wegen des Material-Übernahmedepots und des Rechenzentrums eine große Bedeutung. Der militärische Flugverkehr beschränkte sich nach 1971 im Wesentlichen auf Übungen mit Transall-Transportmaschinen und Flügen mit den Hubschraubern, die in der Luftwaffenwerft instand gesetzt wurden. Nach der "Wende" begann ein allmählicher Abbau der militärischen Einheiten. Auch die fliegerische Nutzung durch die Luftwaffe nahm weiter ab, so daß im Jahre 2000 eine Vereinbarung über die zivile Mitnutzung der Startbahn durch den "Flugplatz Diepholz-Dümmerland GmbH & Co KG" getroffen werden konnte. Diese Betreibergesellschaft errichtete auf der Südseite eigene Bauten und einen eigenen Tower. Zur Benutzung der Startbahn fahren die zivilen Flugzeuge durch ein Tor in den militärischen Bereich.


Die Bilder sind nur Vorschaubildchen. Zur vergrößerten Ansicht die Bilder bitte anklicken.






















Sonntag, 6. November 2011

Herbstspaziergang am Dümmer












"Viele Tage hat der November, an denen nichts von der Sonne zu sehen ist; manche, an denen sie in den frühen Morgenstunden und des Abends vor ihrem Untergang durch eine Wolkenspalte über die in Winterschlaf sinkende Erde blickt oder ein Morgen- und Abendrot von großartiger nordischer Schönheit in die Wolken malt. Aber es gibt auch Tage, an denen der reine helle Schein ihres verschleierten Antlitzes die Welt und uns spürbar warm umgibt. Farben sind dann da, die ohne sie seit Tagen fehlten. Lebendig grün leuchten die Moospolster auf alten Rohrdächern, die Rinde der hohen Pappeln an der Dorfstraße wird hell und glänzend; in allen Wasserpfützen spiegelt sich der weiße Novembersonnenschein und macht die hängengebliebenen Regentropfen der letzten Nacht an den Blättchen der Roggensaaten zu Diamanten." [Walter von Sanden-Guja, Der große Binsensee, 1953]