Montag, 11. Juli 2011

Osnabrück






























Karl der Große gründete Osnabrück im Jahre 780 als Bischofssitz. Der unter bischöflichem Marktrecht stehende Marktplatz war Schnittpunkt wichtiger Handelswege. An ihm entstand eine Kaufmannssiedlung. In der zweiten Hälfte des 12. Jahhunderts löste sich die Bürgerschaft von der Herrschaft des Bischofs, erreichte eine unabhängige Selbstverwaltung, ein eigenes Stadtrecht, und im 13. Jahrhundert schließlich die Mitgliedschaft in der Hanse. Als Hansestadt hatte Osnabrück eine große Bedeutung als Umschlagplatz im Fernhandelsnetz zwischen Flandern und der Ostsee, sowie mit dem Export der Erzeugnisse der Flachsspinnerei und Leineweberei des Osnabrücker Landes. Osnabbrück erreichte damit die Stellung einer fast reichsunmittelbaren Stadt. Die Bischöfe residierten seit Ende des 15. Jahrhunderts in Iburg. 1543 schloß sich die Stadt Osnabrück der Reformation an. Die beiden Bürgerkirchen (nicht der Dom!) sind seitdem evangelisch. Im 30-jährigen Krieg wurde Osnabrück 1633 von den Schweden eingenommen. 1643-48 war die Stadt Verhandlungsort zwischen dem Kasier und den protestantischen Mächten, während in Münster die katholischen Mächte verhandelten. Der Verhandlungssaal im Osnabrücker Rathaus ist noch heute originalgetreu erhalten und kann besichtigt werden. Am Westfälischen Frieden von 1648 wurde für das Bistum Osnabrück (Hochstift) vereinbart, daß es fortan in Alternation von einem protestantischen Fürstbischof aus dem Haus der Welfen und einem katholischen Fürstbischof regiert werden sollte. Die Konfessionszugehörigkeit der Einwohner blieb davon unberührt. Somit war das Fürstbistum Osnabrück der erste konfessionell-paritätische Staat Deutschlands. Erster protestantischer Fürstbischof wurde 1661 Ernst August, der spätere Kurfürst von Hannover. Die Stadt Osnabrück verlor dadurch weitgehend ihre Privilegien und wurde zu einer fürstlichen Residenzstadt des Absolutismus. In jener Zeit ließ Ernst August das große Residenzschloß nach dem Vorbild des Palazzo Madama in Rom erbauen. Nach dem Wiener Kongreß von 1815 wurde das Fürstbistum Osnabrück dem Königreich Hannover angegliedert. Die Industrialisierung begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach der Annexion des Königreich Hannover durch Preußen wurde Osnabrück 1885 Sitz des preußischen Regierungsbezirks Osnabrück. Heute ist die Stadt verwaltungsmäßig lediglich Sitz des Landkreises Osnabrück und mit rund 164.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Niedersachsens.

Zwischen Osnabrück und meiner 50 km nördlich liegenden Heimatstadt Diepholz gibt es besondere historische Beziehungen: Anfang des 12. Jahrhunderts war Gottschalk von Diepholz Bischof von Osnabrück. Mitte des 15. Jahrhunderts folgte mit Konrad III. erneut ein Bischof aus dem Diepholzer Grafenhaus. Diepholz erhielt 1380 von seinem Edelherren Johann III. das Osnabrücker Stadtrecht. 1665 gelangte die Grafschaft Diepholz in den Besitz des protestantischen Fürstbischof von Osnabrück Ernst August, ohne daß aber die Grafschaft an das Fürstbistum angeschlossen wurde.



























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